4960 Miles



Dieser Blog begann mit unserem Umzug von Berlin in den Grossraum Vancouver (BC, Kanada). Inzwischen haben wir auch die kanadische Staatsbuergerschaft und durch den Beruf von Andreas nun die Moeglichkeit, einige Jahre in den USA zu leben. Der Umzug nach Colorado war im Juli 2016. Der Blogtitel passt somit nun nicht mehr ganz, aber da er unter diesem Namen bekannt ist, werde ich ihn auch so belassen. Vorrangig gedacht für Familie und Freunde, sind aber auch alle anderen Leser herzlich willkommen. Wir lieben es zu Reisen, wie man an der Liste unserer Ziele im Blog auch einfach sehen kann. Ueber Kommentare zu den Beitraegen oder Eintraege ins Gaestebuch freuen wir uns sehr.

We started this blog in 2011 while moving from Berlin, Germany to Greater Vancouver, Canada. The blog name was the distance between both cities, which now isn't the same anymore. In 2016 we became Canadian citizens in addition to our German citizenship. Around the same time Andreas was offered a move to the States (transfer within the same company he already was with in Canada) and so we moved to Greater Denver, Colorado, where we now live pretty rural in the Foothills of the Rockies. We love to travel as one can see in our blog posts.

10/07/2025

04/2025 : KZ Stutthof/ Sztutowo, PL (2)

 Wir sind ja immer an Geschichte interessiert und so fuehrte uns unser erster Ausflug in das ehemalige KZ Stutthof (jetzt Sztutowo), 34 km entfernt von Danzig. Stutthof war das erste deutsche Konzentrationslager außerhalb der deutschen Grenzen im Zweiten Weltkrieg und zugleich das letzte Lager, das am 9. Mai 1945 von den Alliierten befreit wurde. Während des Bestehens des Lagers wurden rund 110.000 Menschen dorthin gebracht, wovon zwischen 63.000 und 65.000 an den Folgen von Mord, Hunger, Epidemien, extremen Arbeitsbedingungen, brutalen Zwangsevakuierungen und mangelnder medizinischer Versorgung dort starben. Die wenigen verbliebenen Gebaeude des Lagers sind heute als Museum zu besichtigen.

https://stutthof.org/de/historia-muzeum/

We're always interested in history, so our first trip took us to the former Stutthof concentration camp (now Sztutowo), 34 km from Gdansk. Stutthof was the first German concentration camp outside of Germany's borders during World War II and also the last camp to be liberated by the Allies on May 9, 1945. During the camp's existence, approximately 110,000 people were brought there, of whom between 63,000 and 65,000 died as a result of murder, starvation, epidemics, extreme working conditions, brutal forced evacuations, and a lack of medical care. The few remaining buildings of the camp can now be visited as a museum.

https://stutthof.org/en/historia-muzeum/



Karte des KZ/ map of the camp (1944)


Biegt man in die Strasse ab, sieht man gleich die ehemalige Kommandantenvilla.

If you turn onto the street, you will immediately see the former commandant's villa.


Gleich hinter dem Haupttor befindet sich die ehemalige Wachstube, in welcher sich heute das Besucherzentrum befindet. Der Eintritt ist kostenlos, aber wir kauften dort einen Museumsfuehrer, der alle Stationen erklaert. 

Just beyond the main gate is the former guardroom, which now houses the visitor center. Admission is free, but we purchased a museum guide there that explains all the stations.



Nur wenige Meter entfernt kommt man an der ehemaligen Kommandantur vorbei, in diesem Gebaeude befanden sich die Verwaltungsbueros sowie die Kantine und das Kasino der SS-Offiziere. Heute findet man hier das Kino, die Museumsverwaltung, die Bibliothek und das Archiv.

Just a few meters away, you pass the former commandant's office. This building housed the administrative offices, as well as the canteen and mess for the SS officers. Today, the building houses the cinema, the museum administration, the library, and the archive.



Der Weg führt weiter zum sogenannten Todestor. Links und rechts daneben befinden sich 2 Baracken. Die linke Baracke beherbergte früher die Lagerkantine. Heute kann man hier die traurige Sammlung von Resten von ca. 500.000 Schuhpaaren ehemaliger Häftlinge sehen.

The path continues to the so-called Gate of Death. Two barracks are located to the left and right of it. The left barrack formerly housed the camp canteen. Today, one can see the sad collection of approximately 500,000 pairs of shoes belonging to former prisoners.



In der rechten Baracke war ein Teil der Lagerverwaltung angesiedelt. Hier wurden auch Neuaufnahmen "empfangen". Eine der Begruessungsarten waren u.a. 25 Peitschenschlaege. Andere Räume waren bekannt als "Bunker", in denen Häftlinge Strafen absitzen mussten, teilweise in Dunkelheit und ohne Nahrungsmittel.

Part of the camp administration was located in the barracks on the right. New arrivals were also "received" here. One of the forms of greeting included 25 lashes. Other rooms were known as "bunkers," where prisoners had to serve their sentences, sometimes in darkness and without food.







Hinter dem Todestor befanden sich ursprünglich mehrere Gebäude. Heute stehen nur noch 2 der Holzbauten. Wir begannen den Rundgang am rechten Gebäude, der ehemaligen Frauenbaracke. Die Lagerküche und Bracken VIII und VIIIa sind nicht mehr vorhanden.

There were originally several buildings behind the Death Gate. Today, only two of the wooden structures remain. We began our tour at the right-hand building, the former women's barracks. The camp kitchen and barracks VIII and VIIIa are no longer there.


Man findet überall Infotafeln zu den jeweiligen Gebäuden.

You will find information boards about the respective buildings throughout the area.





In der Frauenbaracke findet man Informationen zum geschichtlichen Verlauf des Camps und der Judenverfolgung allgemein.

In the women's barracks, you can find information about the history of the camp and the persecution of Jews in general.



Man sieht auf Karten, wie sich das Camp mit der Zeit vergroesserte, und man sieht auch ein riesiges Modell.

You can view maps that show how the camp expanded over time, and also see a large-scale model.




ein ehemaliger Waschraum/ a former washroom






Am hinteren Ende des Gelaendes stoesst man dann auf das Krematorium, einen Galgen, eine Gaskammer und die Ueberreste eines Zuges, in dem Gefangene transportiert wurden.

At the far end of the site, you will find the crematorium, a gallows, a gas chamber, and the remains of a train that transported prisoners.








Mahnmal/ memorial


Ueberreste der Deutschen Ausruestungswerke, hier haben ca. 120 Haeftlinge Teile fuer Jagdflugzeuge hergestellt.

Remains of the German Equipment Factory (DAW), where about 120 prisoners manufactured parts for fighter aircrafts.


Ein kurzes Stueck dahinter befand sich das "Neue Lager", dessen Gebaeude erst sehr spaet entstanden sind. Hier standen 30 Baracken für insgesamt 10.000 Häftlinge. In 10 Baracken befanden sich Werkstaetten wie Schusterei, Schneiderei, Weberei und Kuerschnerei.

A short distance behind was the "New Camp," whose buildings were built very late. Here, 30 barracks housed a total of 10,000 prisoners. Ten of the barracks housed workshops, including a shoemaker's shop, tailor's shop, weaving shop, and leatherworker's shop.



Abschliessend ging es in die letzte verbliebene Baracke, bei der es sich um den Krankenbau handelte, in welcher sich Behandlungszimmer befanden. Hier konnte man eine Chirurgie finden, eine Interne Abteilung, Verbandsraum und auch eine Apotheke. Die Haeftlinge waren mehrheitlich in hoelzernen Etagenbetten untergebracht, aber es gab auch Raeume, wo auf dem Boden geschlafen werden musste.

Finally, we went to the last remaining barracks, the infirmary, which housed treatment rooms. Here, one could find a surgery, an internal medicine department, a dressing room, and even a pharmacy. The prisoners were mostly housed in wooden bunk beds, but there were also rooms where they had to sleep on the floor.












durch das Todestor ging es fuer uns auch wieder nach draussen

Through the Gate of Death, we went back outside.


Es war auf jeden Fall ein sehr lehrreicher Besuch eines unfassbar schlimmen Ortes.

It was definitely a very educational visit to an incredibly terrible place.

2 comments:

  1. Es ist immer wieder schlimm, wenn man sich all die verschiedenen Mordorte anschaut und sich bewusst macht, was dort geschehen ist. Um so wichtiger, dass so etwas nie wieder passiert... Grüße, SonjaM

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