Nachdem wir Stutthof verlassen hatten, fuhren wir weiter nach Marienburg (polnisch: Malbork). Das Wetter wurde auch besser, wir bekamen dann tatsächlich noch blauen Himmel und Sonne zu sehen. Wir parkten auf einem kostenfreien Parkplatz und mussten dann nur noch die Brücke über den Fluss Nogat (ein Mündungsarm der Weichsel) laufen, um auf das Gelände der Burg zu kommen.
After leaving Stutthof, we continued on to Marienburg (Polish: Malbork). The weather also improved, and we actually saw blue skies and sunshine. We parked in a free parking lot and then only had to walk across the bridge over the Nogat River (an estuary of the Vistula) to reach the castle grounds.
Blick von der Brücke/ view from the bridge
Die Marienburg ist der größte Monumentalbau des Deutschen Ordens, eines Ritterordens aus der Zeit der Kreuzzüge. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert erbaut und war zeitweise Sitz der Hochmeisters des Deutschen Ordens. Die Anlage verfiel leider im 18. Jahrhundert zur Ruine bis der deutsche Kaiser und preußische König Wilhelm II. die Anlage vom Architekten und Denkmalpfleger Conrad Steinbrecht 1882 bis 1918 wiederherstellen liess. Leider hinterliess auch der 2. Weltkrieg verheerende Zerstörungen. Die Burg zählt zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Polens mit jährlich rund 500.000 Besuchern.
Die Burg ist eine dreiteilige Anlage: Hochschloß (Klosterfestung für die Ritter), Mittelschloß (Residenz des Hochmeisters) und Vorschloß (stark befestigter Wirtschaftshof). Das Ganze ist umgeben von einem 2-4-fachen Zwingersystem, in dem die einzelnen Burgteile mit einbezogen sind. Tiefe , ursprünglich flutbare Gräben bildeten einen zusätzlichen Schutz. Ursprünglich hatte die Anlage eine Abmessung von 1200 m Länge und 250 m Breite, davon sind heute nur noch 800 m Länge und 200 m Breite übrig.
Malbork Castle is the largest monumental building of the Teutonic Order, a medieval knightly order that dates back to the time of the Crusades. The castle was built in the 13th century and was temporarily the seat of the Grand Master of the Teutonic Order. Unfortunately, the complex fell into ruin in the 18th century, but it was restored from 1882 to 1918 by the German Emperor and Prussian King Wilhelm II, who commissioned the architect and monument conservator Conrad Steinbrecht. The castle is one of Poland's most popular tourist attractions, attracting around 500,000 visitors annually.
The castle is a three-part complex: the High Castle (a monastery fortress for the knights), the Middle Castle (the residence of the Grand Master), and the Forecastle (a heavily fortified farmyard). The entire complex is surrounded by a two- to four-tiered system of enclosures that incorporates the individual sections of the castle. Deep, initially floodable moats provided additional protection. Originally, the facility had dimensions of 1200m long and 250m wide, of which only 800m long and 200m wide remain today.
Wir betraten die Anlage über die Vorburg, wo sich die Wirtschaftsgbäude befanden. Wir liefen einmal aussen herum, um zur Besucherinfo zu kommen. Was wir nicht bedacht hatten, an Montagen haben weite Teile der Burg geschlossen, so auch die meisten Innenräume. Wir liessen uns davon aber nicht abhalten, denn aufgrund dessen war der Eintritt kostenlos (die Aussenbereiche waren ja offen) und wir mussten auch nichts für die Audio-Tour mit Kopfhörern bezahlen. Das Wetter war inzwischen wirklich sehr schön geworden.
We entered the complex through the outer bailey, where the outbuildings were located. We walked around the outside to get to the visitor information center. What we hadn't taken into account was that large parts of the castle are closed on Mondays, including most of the interior. But that didn't stop us, as admission was free (the outdoor areas were open), and we didn't have to pay for the audio tour with headphones. The weather had become gorgeous by then.
Blick auf die Annakapelle des Hochschlosses mit der Madonnenfigur
View of the Anna Chapel of the High Castle with the Madonna figure
Hier sieht man, wie die Burg nach dem 2. Weltkrieg ausgesehen hat, bevor sie wieder aufgebaut wurde.
Here you can see what the castle looked like after World War II, before it was rebuilt.
source: https://de.wikipedia.org/wiki/Marienburg_(Malbork)#/media/Datei:Marienburg_Zerst%C3%B6rung_1945.jpg
source: https://de.wikipedia.org/wiki/Marienburg_(Malbork)#/media/Datei:Marienburg-Reko-160427-006b.jpg
östliche Aussenbefestigungen/ Eastern external fortifications
Man durchläuft mehrere Tore, bevor man in das Mittelschloss kommt.
You go through several gates before you reach the middle castle.
Nun befanden wir uns im Hof des Mittelschlosses.
Now we found ourselves in the courtyard of the middle castle.
Denkmalgruppe der Hochmeister im Mittelschloss – v. l.: Hermann von Salza, Siegfried von Feuchtwangen, Winrich von Kniprode und Albrecht von Brandenburg
Monument group of the Grand Masters in the Middle Castle – from left: Hermann von Salza, Siegfried von Feuchtwangen, Winrich von Kniprode and Albrecht von Brandenburg
Der Übergang zum Hochschloss.
The bridge to the high castle.
Grabplatten dreier Hochmeister in der Annen-Kapelle
Gravestones of three Grand Masters in the Annen Chapel
Blick in den Innenhof/ View of the inner courtyard
Goldene Pforte in der Marienkirche/ Golden Gate of St. Mary's Church
überall sieht man wunderschöne Details an den Wänden
everywhere you can see beautiful details on the walls
Interessant war der Weg zum Dansker bzw. der Dansker selbst. Ein Dansker ist die Toilettenanlage einer Burg, die in einem Turm über einem fließenden Gewässer untergebracht ist. Man sagt, das Wort geht auf die Stadt Danzig zurück und ist ein Architekturmerkmal des 13. und 14. Jahrhunderts. Dansker wurden vor allem an deutschen Ordensburgen, welche ständig mit einer großen Zahl an Rittern besetzt waren, verwendet. Das heutige Aussehen des Danskers von innen entspricht mit hoher Wahrscheinlichkeit aber nicht dem Originalaussehen, da er rekonstruiert wurde.
The path to the Dansker, or rather the Dansker itself, was an interesting one. A Dansker is a castle's toilet facility, located in a tower above a flowing body of water. The word is said to originate from the city of Gdansk and is an architectural feature of the 13th and 14th centuries. Danskers were used primarily in German Teutonic castles, which were permanently occupied by a large number of knights. However, the Dansker's current appearance from the inside most likely does not reflect its original appearance, as it was reconstructed.
wieder wunderschone Kreuzgänge/ again beautiful cloisters
Wir verliessen dann das Hoch- und Mittelschloss wieder und schlenderten noch etwas an den Aussenanlagen entlang.
We then left the Upper and Middle Castles and strolled a bit along the grounds.
Blick auf den Dansker Turm/ view of the Dansker Tower
Inzwischen war es später Nachmittag und die Burg war kurz vor der Schliesszeit. Wir sind dann noch in dieses kleine Café gegangen, das sich gleich gegenüber der Burg befindet, um dort etwas zu essen.
By now, it was late afternoon, and the castle was almost closing. We went to this little café right across the street to have something to eat.
Ausblick von unserem Tisch/ view from our table
Anschliessend fuhren wir zurück nach Danzig, wo Andreas und ich am Abend noch einmal durch die Altstadt liefen, während Dominik die Wärme seines Hotelzimmers vorzog.
Afterwards, we drove back to Gdansk, where Andreas and I walked through the old town once more in the evening, while Dominik preferred the warmth of his hotel room.
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Wieder so ein historischer Ort, von dem ich noch nie etwas gehört habe! Man müsste mehr als ein Leben haben, um all das zu sehen, was es auf dieser Welt zu sehen gibt... VG SonjaM
ReplyDeletedas war tatsaechlich ein Vorschlag von Andreas, ich kannte es auch nicht. Aber ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, besonders wenn dann auch noch innen die Raeume begehbar sind, lach.
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