Wie bereits erwaehnt, stand unser Haus zum Verkauf. Dienstags kam der Fotograf, Donnerstag Mittag erschien die offizielle Anzeige und dann ging es los.
Die erste Besichtigung kam noch recht spontan fuer den gleichen Abend rein, Freitag hatten wir dann schon 8 Termine. Wir hatten damit kein Problem, da wir uns die Zeit ja mit Pass abholen und dem Mission Raceway vertrieben haben.
Samstag und Sonntag war jeweils fuer 2h "open house", d.h. es ist ein Makler von der von uns beauftragten Makler-Firma in unserem Haus und die Leute koennen durchlaufen - alleine oder mit deren Makler -, Fragen stellen etc. Samstag kamen in den 2h 80 Familien, die Gruppen bestanden idR aus 2 bis 5 Personen. In unserer Strasse war wohl die Hoelle los, wie uns Nachbarn und auch die Maklerin berichteten. Sowas hatte sie auch noch nicht erlebt :-). Sonntag kamen nochmal 60 Familien, gleiches Spiel. Unser Makler war da und fuehrte ggf rum und stand fuer Fragen zur Verfuegung.
Montag gab es nochmal 8 Besichtigungen.
Dieses Prozedere mit dem open house ist hier normal, da es den Ablauf sehr vereinfacht. Einzelne Besichtigungen sind in der Regel fuer 30min geplant. Haetten wir nun Termine mit 140 Interessenten-Parteien machen muessen, kann sich jeder ausrechnen, wie lange wir quasi haetten "ausziehen" muessen. Gerade in Gegenden mit wenig Angebot und hoher Nachfrage macht das open house somit am meisten Sinn, da man in kuerzester Zeit eben viele Interessenten durchs Haus bekommt.
Dienstag (10.05.) gab es nochmal eine Besichtigung, allerdings war das jemand, der schon einmal hier war und vor Abgabe des Gebotes noch einmal durchgehen wollte. Die Frist fuer die Angebotsabgabe aller Interessenten war Dienstag um 16.00. Um 19.00 kam der Makler dann zu uns.
Er hatte alle Angebote gesichtet und sortiert. Allerdings ist dazu zu sagen, dass nicht unebdingt das hoechste Gebot auch der "Gewinner" ist. Es werden verschiedene Kriterien beruecksichtigt:
1) Hoehe des Gebotes
2) steht die Finanzierung oder will der Kaeufer noch ein paar Tage Zeit, um mit seiner Bank alles klar zu machen
3) Hoehe der Anzahlung, die beim Makler hinterlegt wird (damit wird gezeigt, wie ernst einem der Kauf ist. Je hoeher das deposit umso besser, da man das Geld behalten darf, wenn der Kaeufer einen Rueckzieher macht)
4) andere Bedingungen, zB ob der Kaeufer noch eine House inspection mit einem Gutachter durchfuehren will
Unser Makler hatte die Angebote aufsteigend nach Hoehe sortiert und ob sie mit "subjects" (also evtl Fiannzierung nochmal pruefen lassen) waren oder ohne
Das erste Gebot war rund 10.000 CAD ueber dem gelisteten Preis, also viel zu niedrig. Insgesamt hatten wir 12 Gebote. Allerdings waren viele bei der Besichtigung schon so ehrlich und haben gesagt, dass sie kein Angebot abgeben werden, da es offesichtlich ist, dass unser Haus in Hoehen gehen wird, was sie sich nicht mehr leisten koennen.
Wir sind dann alle Angebote durchgegangen und als die Nummer kam, die wir uns so schon kaum vorstellen konnten vor 2 Monaten, musste ich erstmal kurz aufstehen und eine Runde laufen, um den Stress abzubauen. Denn nach der Zahl kamen noch 5 weitere Angebote. Als das Hoechstgebot kam, waren wir beide mehr als sprachlos. Der Makler kannte es ja schon, war aber auch genauso ueberrascht beim ersten lesen wie wir. Es war eine schwindelerregende Endsumme, dazu ohne jegliche Bedingungen. D.h. seine Finanzierung steht und er moechte auch keine house inspection durchfuehren. Dazu war die Sicherheitssumme auch extrem hoch im Vergleich zu allen anderen Geboten. Wir haben mit Abstand alle Rekorde der Nachbarschaft gebrochen, bezogen auf unser Hausart/Groesse und Grundstuecksgroesse, Der Hoechstbietende war uebrigens der Interessent, der Dienstag nachmittags noch einmal zur 2. Besichtigung hier war :-). Und das Haus war keine 5 Tage auf dem Markt!
Was soll ich sagen, die Zahl trieb mir dann ein paar Traenen in die Augen, da wir davon noch nichtmal getraeumt haben und weil es all die Zeit, das Geld, die Nerven, die Liebe zum Detail etc, die wir ins das Haus gesteckt haben, mehr als wett macht und uns grosszuegig "entschaedigt". Wir bekamen allgemein viele Komplimente zu unserem Haus, zur Moeblierung usw. Viele waren ueberrascht, dass es unsere eigenen Moebel sind und nicht von einem "stager" geliefert. Wie auch immer, wir waren/sind sehr stolz auf das, was wir hier in den letzten Jahren geleistet haben. Der Makler meinte noch zu Andreas, als er ihn rausgebracht hat, dass ich mir ueberlegen solle, eine Makler-Lizenz zu beantragen, da das Haus perfekt hergerichtet war fuer die showings und er auch gesehen/gehoert hat, wie ich mit Interessenten geredet habe (nach offziellem Ende des open houses, kamen ja doch immer noch ein oder zwei Familien rein). Das war natuerlich nochmal ein schoenes Kompliment.
Der letzte Schritt war dann noch, dass die potentiellen Kaeufer am Mittwoch den Scheck ueber die Sicherheitsleistung zum Makler bringen mussten. Solange haette das Geschaeft noch platzen koennen und wir beide waren sehr nervoes. Gegen 15.00 hab ich es nicht mehr ausgehalten und hab unserem Makler eine Nachricht geschrieben, ob er schon was gehoert hat. Er meinte, er wuerde ihn innerhalb der naechsten Stunde erhalten und er meldet sich dann - genau das tat er dann auch. Er kam dann noch kurz vorbei und hat den Aufkleber noch auf das Schild geklebt :-)
Und seitdem laufen wir mit einem duemmlichen Grinsen durch die Gegend, da es fuer uns soviel mehr Wuensche greifbar macht.
Mit dem Geld, was nach Abloesung unseres Darlehens Ende Juni uebrig ist, haetten wir unser Haus vor 3 Jahren bar zahlen koennen und immer noch was uebrig gehabt. Heute koennten wir unser eigenes Haus nicht mehr kaufen ... Es ist Wahnsinn, was in unserem Viertel los ist.
Mit dem Geld, was nach Abloesung unseres Darlehens Ende Juni uebrig ist, haetten wir unser Haus vor 3 Jahren bar zahlen koennen und immer noch was uebrig gehabt. Heute koennten wir unser eigenes Haus nicht mehr kaufen ... Es ist Wahnsinn, was in unserem Viertel los ist.
Am 30.06. ist die offizielle Uebergabe an die neuen Besitzer, was uns noch ein wenig ueber 6 Wochen in "unserem" Haus laesst. In der Zeit ist noch viel zu erledigen, es wird somit auch weiterhin nicht entspannter oder langweilig.
Achso, und wer immer noch dem Irrglauben unterliegt, Kanadier waeren ja so tolerant blablabla: die erste Frage von Nachbarn nach dem Verkauf war nicht, fuer wieviel das Haus weggegangen ist, sondern welche Hautfarbe die Kaeufer haben. Zur Besichtigung waren rund 80% Inder, 10% Chinesen und 10% Kaukasier. Unser Makler meinte, in spaetestens 3 Jahren ist auch alles hier dann indisch dominiert. "Unser" Haus zumindest aber erstmal nicht... Wobei auch zu erwaehnen ist, dass nicht die Kaukasier alleine Wert drauf legen, von wem sie umgeben sind. Chinesen moegen Inder nicht, Inder moegen Chinesen nicht, Inder moegen Inder aus anderen Teilen Indiens/Inder anderer Religion/ Inder anderer Kasten nicht. Das erzaehlen auch Andreas' indische Koellegen frei heraus.
Achso, und wer immer noch dem Irrglauben unterliegt, Kanadier waeren ja so tolerant blablabla: die erste Frage von Nachbarn nach dem Verkauf war nicht, fuer wieviel das Haus weggegangen ist, sondern welche Hautfarbe die Kaeufer haben. Zur Besichtigung waren rund 80% Inder, 10% Chinesen und 10% Kaukasier. Unser Makler meinte, in spaetestens 3 Jahren ist auch alles hier dann indisch dominiert. "Unser" Haus zumindest aber erstmal nicht... Wobei auch zu erwaehnen ist, dass nicht die Kaukasier alleine Wert drauf legen, von wem sie umgeben sind. Chinesen moegen Inder nicht, Inder moegen Chinesen nicht, Inder moegen Inder aus anderen Teilen Indiens/Inder anderer Religion/ Inder anderer Kasten nicht. Das erzaehlen auch Andreas' indische Koellegen frei heraus.

























